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Ach Tschechien … Wälder und Platz. Viel Grün und wenig Mensch. Kanufahren auf einem kleinen Nebenfluss der Moldau. Gesagt getan und so wollten wir uns Pfingsten in Suchdol treffen, um eine Woche lang die Leinsitz runter zu paddeln.

Vom Klimacamp aus sind wir zu 3. bis Prag im Bus mitgenommen worden und fanden uns dann ohne tschechisch zu sprechen auf der Ringautobahn um Prag wieder und fanden lange niemanden zum Mitfahren. Immer nur auf der Autobahn von Tankstelle zu Tankstelle, bis uns ein netter Mann mitgenommen hat, der eigentlich nur sein Auto waschen wollte. Zum Glück können einige Leute ein wenig englisch sprechen, und Konversationen sind teilweise möglich. Mit der Dämmerung kamen wir dann in Suchdol an und trafen auf die anderen 5 um unsere Reisegruppe zu vervollständigen. Nach einer Portion Nudeln mit Pesto waren wir gut gerüstet für die nächsten Tage auf dem Wasser.

 

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Am nächsten Morgen übergaben wir uns der Strömung. Jeweils zu 2. im Kanu sitzend mussten wir erstmal die Steuerung herausfinden, was uns auf den ersten Kilometern doch einige Schwierigkeiten machte und wir die von Weiden gesäumten Ufer sehr genau kennenlernen durften. Inklusive dem Müll darin. Unfassbar viele Flaschen und Schuhe, die unsere Vorgänger auf ihren Fahrten verloren haben. Wir haben uns ein kleines Spiel daraus gemacht möglichst viel Müll einzusammeln und Ökopunkte unserem Gewissen gut zu schreiben 😉

Die die Leinsitz umgebenden Wälder sind der hammer! Oft hatte ich das Gefühl weit weg von jeglicher Zivilisation zu sein, obwohl wir vermutlich nur 15km Luftlinie von nächsten Ort entfernt waren, beziehungsweise auch jeden Tag durch einen Ort durchgefahren sind. Waren es anfangs noch Auwälder, in denen hauptsächlich Weiden wuchsen und ihre Zweige weit in den Fluss reinwuchsen, kamen wir später auch an wunderschönen Buchenmischwäldern mit gigantischen Eichen vorbei, die bestimmt schon einige 100 Jahre am Ufer stehen und der Strömung lauschen. Auch der ein oder andere Fichtenforst stand am Ufer und somit sorgte die Abwechslung in der Waldlandschaft um uns immer wieder für neue fantastische Aussichten. Auch Vögel waren unterwegs und wir konnten Reihern hinterher schwimmen und Kraniche beobachten. Enten und Gänse und einmal sogar einen Eisvogel. Immer wieder sorgten Baumstämme im Wasser für Hindernisse, die es zu umfahren galt oder darunter durch mit eingezogenen Köpfen und so manches Mal hatte ich Bedenken ob die Gitarre, die hinter mir im Boot war, das wohl alles so gut übersteht. Aber hat sie 😉 Die ursprüngliche Idee, beim Paddeln Gitarre zu spielen, konnte ich leider nicht so oft in die Tat umsetzen, weil man wirklich dauernd steuern musste.

Abends fuhren wir entweder Campingplätze an, die meistens noch nicht offen waren, weil wir in der Nebensaison da waren, oder übernachteten irgendwo am Ufer, schlugen dort die Zelte auf und machten Feuer. Zusammen mit dem Vollmond eine tolle Kulisse! Auf dem Feuer kochen, Gitarre spielen und singen, tschechisches Bier trinken ( Gambrinus Patron naseho!)

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Da wir alle kein Tschechisch sprechen, haben die für uns fremden Worte für so manchen Lacher gesorgt. Wie etwa patron naseho – was übersetzt unser Patron heißt. Oder auch Brzn Brzn Brzn. Das eigentlich Wort ist Brno, eine Stadt im Osten. Irgendwie hatten wir oft das Gefühl, dass da Vokale in den Worten fehlen. Trotz mangelnder Sprachkenntnisse unsererseits konnten wir doch alle Konversationen meistern.

Nach 6 Tagen an der Leinsitz kamen wir in Vesili an und beschlossen, dass dies das Ende unserer Tour sein wird. Dir anderen 7 mussten wieder nach Hause, da die Uni wieder losging. Die Kanus wurden vom Verleih wieder abgeholt und wir machten uns noch eine schönen Abend in der Metropole Vesili. Gibt nicht so viel da zu sehen und in dem Restaurant, in dem wir zu Abend aßen, senkten wir den Alterdurchschnitt um etwa 30 Jahre, dennoch sehr hübsches Örtchen und mit einem super Abenteuerspielplatz zum Ninjaspielen :)

Am Tag darauf trennten sich unsere Wege und ich stellte mich an die Straße um Richtung Deutschland zu trampen und einen Freund in Regensburg zu besuchen.

Baumocin

In erster Linie bin ich Erdenbewohner. Auf meiner Reisen möchte ich lernen ein besserer Teil dieser Erde zu werden und ihr nicht zur Last zu fallen, sondern in Harmonie zu leben. In den letzten Jahren habe ich gemerkt wie wenig ich weiß. Deswegen begebe ich mich hinaus in die Welt und ins Unbekannte auf der Suche nach Menschen, die mir Wissen, Fertigkeiten und Ideen geben, wie ein alternatives Leben aussehen kann, das nicht auf Konsum, Profitmaximierung und Egoismus basiert. Das Anlegen von Gärten, Bauen von Konstruktionen zur Versorgung mit Energie, Wasser oder anderem und das Lernen von Kommunikation sind meiner Meinung nach dabei essentiell. Auf diesem Blog möchte ich die Ideen, Eindrücke und Erfahrungen aber vor allem auch die Menschen vorstellen, die mir begegnen und Anregungen an jede(n) geben im Privaten aber auch in der Gesellschaft einen Wandel voranzutreiben hin zu einer ökologischeren, nachhaltigeren und friedlicheren Welt

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