Koh Rong – Ein Inselparadies

Nach meinen merkwürdigen Erlebnissen in Sihanoukville geht es nun zum  Inselparadies Koh Rong. Endlich wieder ein anderes Gefühl!!!


Wasserfall bei Koh Kong

Wasserfall bei Koh Kong

Koh Rong

Was ein Kontrast zu der Etappe davor. Falls ihr wissen wollte, wo ich vorher war und was ich erlebt habe könnt ihr das hier gerne nachlesen Kambodscha – Schreckliche Vergangenheit, eskalierende Partytouristen und einmalige Natur

Ich fühle mich wieder wohl und das ist mehr Wert als alles andere. Koh Rong ist eine schöne kleine Insel mit genau der richtigen Menge an Menschen, einer tollen Atmosphäre und wunderschönen Stränden. In der Mitte ein riesiger Dschungel. Wundervoll!
Auf dem Schiff, welches uns ins Paradies bringt, habe ich unter anderem 2 nette Mädchen aus Israel kennengelernt und auch die sind aufs Geld sparen aus. Die bei weitem günstigste Möglichkeit einer Unterkunft stellt das Mieten eines Zelts bei „Smile“ da, wir teilen es uns zu dritt. Für eine ganze Woche. Den Sand wird man nie los, aber abgesehen davon ist es echt komfortabel und niemand ist so nah am Meer wie wir. Hier werde ich (zwangsläufig) zum Frühaufsteher und esse mehr als jeder Mann. Ich bin immer hungrig. Und so kommt es, wies kommt: An einem Abend verspeise ich gegrillten Barrakuda (Fisch) und Schwein. Und erlebe darauf hin die schlimmste Nacht meines Lebens. Ich bin krank, komplett kraftlos. Ich übergebe mich pausenlos und habe Fieber. Und bin so schwach. Hier ist ein Zelt dann echt nervig. Man muss sich immer erst durch die ganzen Reißverschlüsse kämpfen und dann versuchen aufs Klo zu rennen, obwohl man doch kaum aufstehen kann. Auf der Insel ist der Strom übrigens zeitlich sehr begrenzt und so ist es auch noch stockdunkel. Als meine Freunde um vier vom Feiern heim kommen, laden sie mich in ihr Zimmer ein und ich bekomme endlich Schlaf. Nach 24 Stunden ging’s mir dann auch schon wieder gut. Eigentlich wollte ich gar nicht so lang auf der Insel bleiben, doch Krankheit und korrupte Ticketverkäufer hielten mich auf. Ich habe ein Return-Ticket fürs Schiff. Wenn ich es benutzen möchte, hat das Schiff auf einmal schon abgelegt. Oder es stammt von der falschen Agentur. Irgendwas lassen sie sich immer einfallen und ich soll alternativ 15 Dollar für ein neues Ticket zahlen. Aber so dreist abzocken lasse ich mich nicht und kehre mit bereits gepacktem Rucksack um, zurück ins Zelt. Für 15 Dollar fahren, oder für 3 Dollar eine weitere Nacht im Paradies verbringen? Da fällt die Wahl nicht schwer.

Koh Rong
Das Highlight der Insel ist ein kurzer Trek durch den Dschungel der einen zum wunderschönen Long Beach bringt. Solch klares Meer, so weißen Sand, so türkises Wasser – das gibt es sonst nur beim Whitehaven Beach in Australien. Oder eben hier in Süd Kambodscha.

Nach Koh Rong muss ich nochmal zwei Nächte in Sihanoukville verbringen, bis ich ein Ticket nach Koh Kong bekomme. Koh Kong ist eine Grenzstadt, in der ich stoppe um zurück nach Thailand zu kommen.

Koh Kong – Und die Weiterreise nach Thailand

In Koh Kong selbst gibt es nicht viel zu sehen, aber die Umgebung ist schön. Man fährt durch die Kardamom Berge und kann in einem Wasserfall baden. Ansonsten ist nicht viel zu erleben. Hier sind nicht viele Backpacker, hauptsächlich alte Männer die Prostituierte und Casinos aufsuchen. Ich komme mir wie die einzige Frau unter 30 vor. Aber ich werde normal behandelt. Ich gönne mir das erste Mal ein Einzelzimmer. Ganz für mich allein. Und nach zwei Nächten nehme ich ein Moto (Roller) zur Grenze. Die Grenze ist die unkomplizierteste überhaupt und nach 3 Minuten bin ich durch. Ganz ohne Kosten. Und ich mache Bekanntschaft mit einer Thailänderin, die mit einem Schotten verheiratet ist. Sie wird von ihrer Mutter an der Grenze abgeholt und sie bieten mir an, mich mitzunehmen. Ich möchte nach Koh Chang, die zweitgrößte Insel in Thailand, unter Bangkok gelegen. Sie fahren mich bis zum Pier, an dem das Boot ablegt. Und akzeptieren noch nicht mal Spritgeld.

Hinweis: Auch wenn ihr per Landweg einreist, erhaltet ihr mittlerweile 4 Wochen Aufenthaltsgenehmigung für Thailand! In den Reiseführern ist noch von 2 die Rede. Das wurde geändert.

Das war’s dann also aus Kambodscha. Die Reise hat sich sowas von gelohnt!
Nun steht der Süden von Thailand mit seinen zahlreichen Inseln an.

Wer nicht wandern mag, kann auch ein Boot nehmen

Wer nicht wandern mag, kann auch ein Boot nehmen

Jil Sayffaerth

Jil Sayffaerth, Jahrgang '91, lebt und studiert im wunderschönen Bamberg. Dort schreibt sie unter anderem für die Studierendenzeitschrift Ottfried und ist für den Online Bereich verantwortlich. Dabei, sowie beim Reisen, begeistert sie sich vor allem für interessante Begegnungen mit Menschen. Ansonsten hat sie Spaß an gutem Essen, Serien und kreativen Tätigkeiten, die eher Chaos statt Kunst hervorbringen. Rom und Kambodscha sind bislang ihre liebsten Reiseziele.

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