Südostasien für Anfänger – Die ersten Eindrücke

Südostasien für Anfänger – Unsere Autorin Jil macht sich auf eine zwei Monatige Reise in die spannendsten Ecken Südostasien. Was muss man beim ersten Backpackingtrip beachten. Worauf muss ich beim Vorbereiten und während der Reise achten.


 

Bangkok

Bangkok

Die erste Nacht in Bangkok

Ich liege in einem Metallbett, im Raum befinden sich insgesamt 7 weitere. Es muffelt. Mein erster Tag in Bangkok neigt sich dem Ende zu und somit auch mein erster Tag meiner ersten Backpacker Tour.
Ich bin ein Mädchen Anfang 20 und alleine in Südostasien unterwegs. Angedacht ist ein Aufenthalt von circa elf Wochen. Der Plan ist, Thailand, Laos, Kambodscha und Malaysia zu erkunden. Mal schauen, was davon letzten Endes verwirklicht wird.

Das Reisen fasziniert mich schon lange, bereits mit 13 saß ich allein in Zügen die in die Schweiz und andere Nachbarländern fuhren, traf Leute, die ich bis dato nur online aus einem Harry Potter Forum kannte. Und ja, ich sammelte dabei ausschließlich positive Erfahrungen. Nun bin ich älter, verließ den Kontinent bereits für Amerika (mit 16) und für Australien (19) – doch noch nie war ich komplett allein reisen.
Für eine Rucksacktour hielt ich mich bislang für zu faul und  zu zerbrechlich. Nun wird es Zeit, die Bequemlichkeit zu überwinden und das Gewohnte hinter sich zu lassen. Nachdem ich mich endlich dazu entschloss, das Ganze durchzuziehen, ließ ich mir 6 Wochen Zeit für die Vorbereitungen. Rucksäcke testen, Eltern einweihen, das Finanzielle regeln, günstigen Flug finden, Impfungen verpassen lassen, Reisepass verlängern, aus der WG ausziehen, Pläne schmieden. Und dann ging’s auch schon los.

Auf geht es in mein Abenteuer

Um meine Wimpern liegt noch ein roter Mantel aus Neonfarbe, von der letzten Feier in Deutschland. Passt schon mal gut zu den fullmoon-Partys hier. Natürlich gab es im Vorfeld einige Bedenken, vor allem von Seiten meiner Eltern, die dachten, mich nicht heil wiederzusehen. Punkte, sich zu sorgen: Mädel allein in fremden Land, kein fester Ort, den man im Notfall kontaktieren kann und ein paar Tage vor Abflug Schlagzeilen über Unruhen in Bangkok. Auf der Fahrt zum Flughafen auf einmal Vollsperrung auf der Autobahn, auf der Landstraße eine solche Nebelschicht, das sich alle bei 30 km/h von Pfosten zu Pfosten hangeln. Beim Check In die Mitteilung, das mir vielleicht die Einreise verweigert wird – und trotz allem sitze ich nun hier. Statt Einsamkeit und Angst verspüre ich nur Freiheit und Glück.

Mein Flugzeug hob am 28. November ab, die billigste Möglichkeit fand ich über Emirates. In Dubai hatte ich einen Zwischenaufenthalt von 10 Stunden. (Nutzt die Plastik-Liegestühle im Bereich der B-Gates, die offiziellen Snooze Cubes sind teuer. Bei den Burgerketten könnt ihr auch mit Euro zahlen) Die eigentliche Flugzeit lässt sich natürlich leicht mit dem Board-Computer überbrücken. Wenn man, so wie ich, in letzter Zeit nur Kurzstrecken mit Billig-Airlines geflogen ist, ist man nun begeistert. Es gibt eine forward Kamera, so dass man bei Start und Landung die Sicht des Piloten erleben kann. Die neusten Filme. Und das Essen schmeckt erstaunlich gut. Man kann beliebig oft Getränke ordern, Weißwein, Gin Tonic, alles inklusive. Man ist so beschäftigt, das man schon wieder landet, bevor man die Zeit zum Schlafen nutzen kann. Ich lande um halb 1 in der Nacht. Beim Schalter für Visa on Arrival scheint sich keiner dafür zu interessieren, das ich keinen Rückflug innerhalb von 30 Tagen nachweisen kann. Ich erhalte einen Stempel, ohne eine Frage gestellt zu bekommen. (Die thailändische Botschaft in Deutschland teilte mir im Vorfeld mit, das die eigentliche Aufenthaltsdauer meist nur bei der Ausreise kontrolliert wird – Die Dame am Frankfurter Flughafen sah das jedoch anders.) Weiter geht’s zum Gepäckband. Mein Rucksack taucht schnell auf. Ich bekam den Tipp, den integrierten Regenschutz während der Reise über den Rucksack zu stülpen – so ist die Gefahr gering, das einer der vielen Schnüren und Verschlüsse irgendwo hängen bleibt. Geld hebt man am besten einfach vor Ort am Automaten ab.

Die Fahrt vom Flughafen nach Bangkok

Dort habe ich auch direkt Leute angequatscht, mit denen ich mir ein Taxi teile. So zahle ich gerade mal 200 Bath (~ 5 Euro) um zum Hostel zu gelangen. Die Gegend wirkt nicht vertrauenserweckend. Egal – ab ins Bett. Am Vormittag muss ich mich zunächst zusammenraufen, um aus dem Bett zu kommen. Doch ich brauche schließlich ein Ticket nach Chiang Mai. Ich verlasse das Hostel und laufe einfach drauf los. Nicht mal ein Stadtplan ist in einer meiner Taschen. Eine Tasche hängt mir um den Hals, eine um die Hüfte, eine trage ich auf dem Rücken. Schnell werden meine Wangen rot, es herrschen rund 30 Grad – zum Glück. Schnell dem deutschen Winter entflohen, nachdem der erste Schnee runter kam – beim Laufen folge ich also einfach meinem Instinkt und stelle schnell fest, das die Lage meiner Unterkunft viel zentraler ist, als gedacht.  Beim Buchen der Unterkunft wählte ich eigentlich die Gegend rum um die legendäre Khosan Road aus.

Bangkok – Das lebendige Herz Asiens

Doch da bin ich nicht gelandet. Auch gut. Dafür wird einem weniger Zeug angedreht, um mich rum leben auch Einheimische. Das Hostel (We Bangkok) ist relativ sauber und die Atmosphäre schön entspannt. Die Getränke kosten das Gleiche, wie im Seven Eleven nebenan. Und das trotzdem super zentral. Schnell erreicht man mehrspurige Straßen, hohe Gebäude, viele Menschen. Ich ziehe an riesigen Malls vorbei, an Schreinen und Straßenständen. Der Geruch von Räucherstäbchen dringt häufiger in die Nase, als der von Zigaretten. Und ich erblicke kitschige Weihnachtsdeko. Ich besorg mir ein Busticket für den nächsten Abend, während im Laden „Let it snow“ läuft,  und verarbeite die vielen bunten Eindrücke im nahegelegenen Park. Perfekt zum runterkommen. Überraschend auch, wie gut ich mich zu Recht finde. Normalerweise ist mein Orientierungssinn nicht vorhanden, doch hier verlaufe ich mich nicht. Schnell überquere ich die Straßen nach dem Einfach-mal-laufen Motto, was wohl noch meinem Monat in Rom zu verschulden ist. An beiden Orten erscheinen Verkehrsregeln eher nichtig. Von den Protesten habe ich an meinem Tag ersten Tag nichts mitbekommen. Mir wird allerdings geraten, keine gelbe oder rote Kleidung zu tragen. So bekennt man sich zu einer der politischen Parteien, ohne es zu wollen. Am 5. Dezember hat der allgegenwärtige König Geburtstag, ich bin gespannt auf die Stimmung an diesem Tag. Bangkok gefällt mir jedenfalls viel besser als erwartet. Sah ich die Stadt vor Ankunft nur als Mittel zum Zweck, freue ich mich nun schon darauf, vor meiner Abreise wieder hier zu sein. Bis jetzt begegneten mir nur freundliche Menschen, egal ob die Thais selbst oder andere Backpacker. Man trifft auf jeden Fall ständig auf sympathische Menschen. Mein Bierglas wurde nie leer, es war immer jemand zur Stelle, der mir von seinem Chang nachgoss. Meine erste Mahlzeit hier war übrigens eine scharfe Suppe mit Shrimps und Zitronengras, die ich an einem Straßenstand erworben habe.

Ich fühle mich angekommen und freue mich sehr auf die nächsten Wochen.

Jil Sayffaerth

Jil Sayffaerth, Jahrgang '91, lebt und studiert im wunderschönen Bamberg. Dort schreibt sie unter anderem für die Studierendenzeitschrift Ottfried und ist für den Online Bereich verantwortlich. Dabei, sowie beim Reisen, begeistert sie sich vor allem für interessante Begegnungen mit Menschen. Ansonsten hat sie Spaß an gutem Essen, Serien und kreativen Tätigkeiten, die eher Chaos statt Kunst hervorbringen. Rom und Kambodscha sind bislang ihre liebsten Reiseziele.

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1 Response

  1. 22. März 2016

    […] für den Start in Bangkok : Südostasien für Anfänger – Die ersten Eindrücke  oder Bangkok und Chiang Mai -Die erste Zeit in […]

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