3 Tipps zur Fußball EM 2016

Es ist soweit und der schwarz/weiße Ball rollt wieder. Völker – Nationen – Menschen fiebern mit ihre Helden mit und erfreuen sich an der Ausgelassenheit des Sommers. Deutschland darf sich heute gegen die Ukraine beweisen.


3 Tipps zur Fußball EM 2016EM 2016

Doch was steckt hinter all dem Kult. Ich habe mich versucht ein wenig mit der Thematik auseinander zu setzen. Vorab muss ich erwähnen, dass ich eine wirkliche Antipathie diesem ganzen Tumult gegenüber habe – nicht dem Sport aber dem ganze Geplänkel drumherum.

Brot und Spiele

Für mich hat der Fußball den modernen Gladiatorenkampf ersetzt. Schon im alten Rom musste man das Volk bespaßen und von den wirklichen Problemen ablenken. Um so größer die Krise um so länger die Spiele. Öffentlich sterben zwar keine Menschen mehr und man ergötzt sich nicht an dem Blut, doch einhergehend mit der „Zivilisation“ verschwand auch das Blut und es wurden humanere Wege gefunden um das Volk bei Laune zu halten. Die Menschen sterben nun nur noch heimlich (z.B. beim errichten der Spielstätten der Großereignisse) und man versucht den Mantel des Schweigens über mögliche Gräueltaten und Unrechtmäßigkeit zu legen. Das Volk darf die Spiele genießen – in dieser Zeit herrscht wieder Ausnahmezustand. Vieles wird vergeben und vergessen und das ist auch die Einstellung, die unsere Politik benötigt um unaufällig und ohne große Presse erneut Gesetzte durch zu drücken. Wie bereits aus der Vergangenheit bekannt wurden unzählige Gesetze während solcher Volksspiele an dem Volk vorbei beschlossen und unsere Presse spielt mit. Unzählige Schlagzeilen zu den großen Erfolgen und Niederlagen, eine schier unermessliche Zahl an Experten, die Geheimtipps abgeben und die wirklich wichtigen Themen, wie das aktuelle Tagesgeschehen und die zukünftige Entwicklungen erhalten lediglich einige Zeilen auf den Nebenseiten. Falls noch Platz ist! Natürlich ist es nicht nur die Presse die daran Schuld ist – auch die Menschen wollen dann nichts mehr Wissen. Deutschland ist Fußball verrückt und vergisst seine aktuellen Probleme. Ein Land im betäubten Ausnahmezustand. Sie wollen die Zeit unbehelligt genießen und sich nicht mit der schweren Kost der Politik auseinandersetzen. Lieber einen Artikel über Götzes Wade lesen als überlegen wie wir mit den neuen nationalistischen Tendenzen in Europa umgehen. Scheiß auf TTIP oder Flüchtlingsdebatten; es gibt ja schließlich wichtigeres – Unser Land muss doch Siegen. Alle spielen bei diesem Affentheater mit und selbst Menschen, die nicht mal wissen wie Fußball buchstabiert wird, sind nun die größten Fans mit gesundheitsgefährdender und krebserregender Schminke im Gesicht. Olé Olé Olé — schön das sich was dreht!

Wir sind Deutschland!

Und das führt mich auch schon zu meinem nächsten Punkt. In Zeiten von Fremdenfeindlichkeit und Gespaltenheit, nicht nur innerhalb eines Landes sondern in ganz Europas, ist es da dann wirklich nötig und sinnvoll ein Gemeinschaftsgefühl aufkommen zu lassen? WIR DEUTSCHEN – erneut in aller Munde und unterschiedlichen Konnotationen. Volksbildung vom Feinsten, schaffen wir es dann auch noch die „nicht Deutschen“ in unserer Gemeinschaft aufzunehmen? ´54 hat der Gemeinschaftsgedanke einen ganz wesentlichen Punkt erfüllt, die Menschen für den Wiederaufbau zu stärken. Im dritten Reich wurde der Sport auch zur „Volksgemeinschaft“ benutzt und die Ergebnisse sind uns auch noch heute bekannt. Es hängt davon ab was wir im Endeffekt daraus machen. Nur dieser Gedanke lässt sich nicht beiseite schieben, wenn es tatsächlich zu Debatten, um die Bilder von „nicht typisch Deutsch“ aussehenden Kinder auf einer Kinderschokolade, kommt. Ist dies einfach nur ein Armutszeugnis oder schon vielleicht ein Zaunpfahl in unsere ignoranten Gesichter? Der Fußball sollte doch Länder und Freunde zusammenbringen und nicht noch weiter zu einer Verstärkung des Wir-Gefühls und Separierung beitragen. („Die Welt zu Gast bei Freunden.“ – Motto WM 2006 in Deutschland)

The Winner takes it all

Korruption über Korruptionen und doch bleibt das Prestige erhalten und es wird weiterhin Geld in die kapitalistische Maschinerie gesteckt. Mit dem Sport hat dies schon lange nichts mehr zu tun. Fußball ist ein Unternehmen geworden mit den perfekten Marketingstrategien. Der Starkult um Spieler und Mannschaften wird aufrechterhalten und tatsächlich muss man hören, dass die armen Spieler zu wenig verdienen. Mit den Trikots der Erfolgreichsten Mannschaften verdienen die Sportartikelhersteller Millionen. Bei der vom damaligen Adidas Chef Robert Louis-Dreyfus mit 10 Millionen Schweizer Franken gekauften WM in Deutschland wurden 1,5 Millionen Trikots der Deutschen Mannschaft verkauft, ein Rekordergebnis. Adidas verdiente ein vielfaches der riskierten Gelder. Und Dreyfus bekam sein Geld nach der WM Vergabe natürlich wieder zurück. Beim WM-Triumph 2014 in Brasilien waren es schon 2 Millionen verkaufte Trikots. Adidas fährt Rekordumsätze ein und wurde nie für Korruption belangt. Der Fußball hat wohl seine eigenen Gesetze. Die einzigen, die da einen Riegel vorsetzen könnten, sind wir als Zuschauer. Fernseher auslassen, keine Trikotskaufen und lieber zum Dorfverein nebenan gehen. Doch wir denken nicht im Traum daran unsere Erheiterung zu stoppen oder das Unternehmen Fußball gar zu bestrafen. Welches Unternehmen kann sich den noch so viele Fehltritte ohne große Konsequenzen erlauben?  Aber beim Fußball, sowie beim Spiel und in der Liebe, ist alles möglich und erlaubt.

Ich bin gespannt wie sich das in der nächsten Zeit entwickeln wird und was die EM dann wirklich bewirkt. Man kann nur Hoffen!

Annastasia Loos

"Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß wie Wolken schmecken." (A. Einstein) Ein wundervolles Zitat, wie ich finde und nach diesem Motto möchte ich mein Leben führen. Genießen, Erleben und Entdecken! Ich will wissen und hören wie Schmetterlinge lachen und wonach Wolken schmecken und irgendwann möchte ich zurückblicken auf ein erfülltest, ereignissreiches und abenteuerliches Leben.

You may also like...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *