Bangkok und Chiang Mai -Die erste Zeit in Thailand

Thailand – Bangkok und Chiang Mai, die aktuelle politische Lage. Ein Rückblick auf die ersten zwei Wochen mit dem Rucksack in Südostasien.


Zur politischen Lage in Bangkok

Ich habe aktiv nichts von Demos und Ausschreitungen mitbekommen. Ich kann aber versuchen die Stimmung einiger Leute zu schildern. Am Morgen meines zweiten Tages erfahre ich, dass in der Nacht zuvor tödliche Schüsse gefallen sind. Ein Mann verlässt, wegen der Angst seiner Freundin, vorzeitig das Hostel und will schnell in eine andere Stadt. Die anderen Backpacker unterhalten sich zwar über die Vorkommnisse, bleiben aber weitestgehend gelassen. Bevor man durch Bangkok zieht, erkundigt man sich an der Rezeption, ob bekannt ist, wo die Demos stattfinden. Am Abend nehme ich in Gesellschaft eine Mahlzeit beim Straßenstand ein. Neben uns eine große Baustelle, die den Blick einschränkt. Auf einmal fallen explosive Geräusche und die Gesichter erstarren. Es stellt sich heraus, das es sich nur um ein Feuerwerk handelt, welches wir nicht sehen können. Ein junger Thai meint begeistert, es sei Teil des Protests, während eine ältere Frau sagt, es gehöre zu einem Festival. Der Junge zeigt uns euphorisch Handyfotos, die Menschenmassen zeigen. Man spürt seine Freude über die wachsende Bewegung („2 million people“). Nach dem Essen muss ich zum Busbahnhof Mo Chit, ich habe ein mulmiges Gefühl und entscheide mich 2 Euro in eine Taxifahrt zu investieren. Ich fahre per Nachtbus nach Chiang Mai. Am nächsten Morgen lese ich, das in Bangkok dazu geraten wurde, abends/nachts nicht mehr das Haus zu verlassen. Ich bin jedenfalls erstmal raus und bekomme die nächsten Tage auch erstmal nichts mehr davon mit. Am 6. Dezember treffen wir in Pai allerdings auf eine junge Einheimische. Sie arbeitet für eine Bank in Bangkok. Ihre Filiale musste vorerst schließen und sie ist geflüchtet. Laut ihr ist die Lage viel schlimmer als bekannt. Offizielle Zahlen sollen nur Panik in einem so beliebten Reiseziel verhindern. Tatsächlich würden viel mehr Menschen sterben, als in den Medien berichtet wird. Was nun der Realität entspricht, vermag ich mir nicht zu urteilen.

Chiang Mai

Für die Fahrt von Bangkok aus brauche ich 8 Stunden. Ich entscheide mich für einen Nachtbus, um die Fahrt erträglicher zu gestalten und mir für eine Nacht das Geld für eine Unterkunft zu ersparen. Die Sitzlehne kann man wesentlich weiter zurück stellen als in deutschen Bussen üblich und ich werde sogar mit einer warmen Mahlzeit überrascht. Trotzdem schlafe ich dank der schrecklichen Klimaanlage kaum. Meiner Meinung nach vollkommen überflüssig, aber leider omnipräsent. Wir kommen um 5 Uhr morgens an, früher als erwartet. Es ist noch stockdunkel, die Haltestelle außerhalb gelegen. In einem schäbigen Café warte ich aufs Tageslicht, teile mir dann mit andern ein TukTuk in die Altstadt. Für das finden einer geeigneten Unterkunft laufe ich über 2 Stunden beladen umher. Die Stadt ist beliebt und vieles ausgebucht.

Hostel:
Eine Nacht verbringe ich im „Same Same“, das Hostel möchte ich nicht wirklich weiterempfehlen, aber ich zahle nur 100 Bath. Zudem kann ich warm duschen – und so eine Dusche verändert wirklich einiges. Ein Traum! Die Besitzerin scheint Frauen gegenüber nicht so wohlgesonnen zu sein. Als Mann kann man hier jedoch Glück haben und in tolle unbekannte Bars geführt werden, gemeinsam mit ihr ins Kino fahren, etc.
2 Nächte verbringe ich im „So Hostel“, unfassbar modern, doch leider lassen sie’s verkümmern. Die Straße in der es sich befindet sieht mir nach Rotlicht-Milieu aus.
Ich rate euch in „Julie Guesthouse“ einzuchecken, leider ist es auch immer schnell ausgebucht, so dass ich nicht dort unterkomme. Es ist sehr günstig und die Atmosphäre soll toll sein.
Auch das „Gong Kaew“ ist sehr schön gestaltet, leider etwas teurer und nicht superzentral. Dafür wirklich sauber und mit kostenlosem Kaffee.

Chiang Mai und seine Besonderheiten

Chiang Mai ist eine hippe und gesundheitsbewusste Stadt, überall gibts Tofu, Massage- und Kochkurse und unglaublich viele Wats (Tempel). Die Tempel sind beeindruckend und in einem laden mich junge Mönche ein, mich zu ihnen an den Tisch zu setzen. Sie erzählen mir von ihrem Studentenleben und fragen im Gegenzug nach meiner Heimat und meiner Meinung zum Buddhismus. Ich bin von ihrer Offenheit überrascht und freue mich über so viel Freundlichkeit. Im berühmten Wat Chedi Luang interviewen mich Schulmädchen und nehmen das Gespräch für ihren Englisch Unterricht auf. Empfehlenswert finde ich zudem wieder den Park, es gibt zwar viele Tauben, aber im Grünen entspannen ist immer gut. Ich lerne 2 Deutsche kennen, einer spielt im Laufen Gitarre, Musik von SDP. Total surreal auf einem anderen Kontinent. Den bekannten Nightbazaar lassen wir uns natürlich auch nicht entgehen, aber für das Highlight der Stadt halte ich ihn nicht.
Im Vorfeld meiner Reise habe ich über die Website eine Mädel kennengelernt, wir haben geskypt, und nun treffen wir uns in Chiang Mai. Da wir gut mit einander auskommen, werden wir erstmal zusammen weiterreisen. Man kann also problemlos alleine eine Reise starten – einsam muss man nie sein.
Testet mal die THC-Rooftop Bar. Vom THC merkt man nichts, aber die Wände sind komplett Neonfarben bemalt und es wird gute Musik aufgelegt.

Pai – Ein toller Ort in den Bergen

Ein Ort, von dem jeder Backpacker zu schwärmen scheint. Im Reiseführer habe ich ihn übersehen, aber er ist definitiv eine Reise wert! Wir wollen als 4-er Gruppe hin, die Fahrt erfolgt im Transporter, in dem bis zu 13 Personen Platz finden. Die Strecke besteht aus links und rechts Kurven, die sich nahtlos aneinander reihen und ein flaues Gefühl im Magen hinterlassen. Nach knapp 4 Stunden kommt man an. Checkt auf jeden Fall in der „Circus School“ ein! Kann man auch vorher online buchen und ist mein persönliches Paradies! Man hat die Wahl zwischen Bungalow, Dorm und ner kompletten Zeltausrüstung. Der Name ist Programm: Jongleure, Feuershows, Slacklines. Man kann kostenlose Yoga-Kurse belegen und in den gemütlichen Pavillons trifft man zu jeder Uhrzeit auf neue Leute. Doch das Beste: Die Aussicht! Der Platz ist hoch oben gelegen, so dass man eine tolle Panorama Aussicht in die Weite und die wunderschöne Natur genießen kann. Hier oben spürt man nachts auch, das Winter ist. Es kühlt ordentlich runter, wir besorgen uns mehr Decken an der Rezeption. Doch tagsüber kann man auch im Freien baden gehen. Wir bleiben 5 Tage. Ich möchte mich kaum von diesem Ort trennen. Allerdings befürchte ich, das er in näher Zukunft so touristisch überlaufen sein wird, das er an Charme verliert. Pai ist im Norden in den Bergen gelegen, die kleine Innenstadt liegt an einem Fluss. Abends chillt man hier entweder mit Getränken aus dem Supermarkt am Lagerfeuer, oder bestellt sich Drinks in der famosen Sunset-Bar.
Wir leihen uns für 2 Tage Scooter, wenn man sich zu zweit drauf setzt, spart man natürlich Geld. 😉 Investiert nen Euro mehr in welche, die versichert sind! Man hört von tausend Unfällen, die einen dann das Reisebudget sprengen. Bei uns läuft alles glatt und wir haben unfassbaren Spaß auf den Geräten. Man kann zum Beispiel Wasserfälle und heiße Quellen anfahren. Hier verbringe ich dann auch meinen Geburtstag in netter Runde. Also: Auf nach Pai, die holprige Fahrt lohnt sich allemal!

Von hier aus geht es nochmal zurück nach Chiang Mai um von dort aus eine Trekking Tour in den Dschungel zu unternehmen. Danach soll’s an die Grenze zu Laos gehen , um von dort ein Schiff in die Hauptstadt zu nehmen.

Jil Sayffaerth

Jil Sayffaerth, Jahrgang '91, lebt und studiert im wunderschönen Bamberg. Dort schreibt sie unter anderem für die Studierendenzeitschrift Ottfried und ist für den Online Bereich verantwortlich. Dabei, sowie beim Reisen, begeistert sie sich vor allem für interessante Begegnungen mit Menschen. Ansonsten hat sie Spaß an gutem Essen, Serien und kreativen Tätigkeiten, die eher Chaos statt Kunst hervorbringen. Rom und Kambodscha sind bislang ihre liebsten Reiseziele.

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