Reisekosten in Südostasien

Reisekosten in Südostasien. Zwei Monate reiste ich für kleines Geld durch Thailand, Laos und Kambodscha.  Was kann man erleben, wenn man günstig reisen möchte?


Reisen und Arbeiten

Monatelanges Reisen, wie in meinem Fall, halten viele grundsätzlich für ausgeschlossen, da ihnen kein großes Budget zur Verfügung steht. Wenn man nichts Erspartes hat, mag es für manche tatsächlich auch nicht möglich sein. Doch das einzige, für was ihr im Vorfeld wirklich Geld braucht, ist der Flug, die Auslands-Krankenversicherung (sind bei mir 10 € im Jahr) und gegebenenfalls die Impfungen (ich bin bei der TK, die die Kosten für Reiseimpfungen übernimmt). Das reicht, falls ihr euch vorstellen könnt, während einer Reise zu arbeiten. In Australien kann man z.B. Geld verdienen, während man in Asien auf Arbeit für Kost und Logis setzen sollte. Macht euch einfach vorher mit den durchschnittlichen Stundenlöhnen vertraut und ihr werdet feststellen, was bei eurem Ziel Sinn macht. Wenn man sich für eine Reise mit Arbeiten entscheidet, muss einem aber die Gebundenheit an den Ort bewusst sein. Da gibt’s nur wenige Ausnahmen und wenn ihr nicht ewig viel Zeit mitbringt, werdet ihr einfach weniger vom Land sehen. Dafür werdet ihr vielleicht näheren Kontakt zu Einheimischen aufbauen.

Günstig Reisen und mehr erleben als in einem teueren Urlaub

Also, überlegt euch einfach im Vorfeld, was ihr wollt und was für euch möglich ist. Und um euch etwas die Furcht vor den Kosten zu nehmen, habe ich mich entschlossen, euch einfach mal meine eigenen aufzulisten. Ganz undeutsch, spreche ich heute über Geld. Vielleicht klingt die bloße Zahl erst mal nach viel, doch wenn man es auf den Zeitraum auslegt und alles, was da mit inbegriffen ist, erfasst… dann werdet ihr vielleicht verstehen, das Reisen günstiger als Urlaub ist und vor allem: Jeden Cent wert ist!

Reisekosten in Südostasien

Also, ich habe in knapp 11 Wochen rund 2000 Euro ausgegeben.

Und das hab’ ich mit dem Geld gezahlt:

-Reisen von a nach b, mit Bussen, Mini Vans, Schiffen, TukTuks, Zügen und hinten auf ’nem Roller
-Übernachtungen (meist im Hostel, ab und an in einem Bungalow)
-täglich Essen gehen (in Südostasien lohnt sich selbst kochen nicht, die Hostels haben auch meist gar keine Küche)
-Tauchschein (Padi Open Water) ( natürlich inkl. Ausrüstung und Tauchgängen)
-Arzt und Medikamente (waren übrigens rund 53 €)
-Trekking Tour mit Übernachtung, Elefanten reiten + Bamboo Rafting
-klettern am Felsen (mit Blick aufs Meer)
-Koh Phi Phi Tour mit Felsspringen, schnorcheln und dem Schwimmen in Plankton (welches im Dunklen leuchtet)
-Besuch von Wasserfällen, heißen Quellen, Tempeln und Gedenkstätten
-Kajak Tour
-Ankor Wat
-Kochkurs
-Half Moon Party
-Visa für Laos und Kambodscha
-Wäscheservice: beinhaltet das Waschen, Trocknen und Falten (3x)
-Roller (2x) + Jeep (1x) ausleihen, für je 24 h
-Massage (4x)
-6 Gänge Weihnachtsmenü
-Trinken und Snacks
-Kleidung (Sonnenbrille, Flip Flops, Bikini, T-Shirt und 2 Kleider)

Es gibt nicht viele Orte, an denen man das Leben so günstig auskosten kann.
All das habe ich in Südostasien bekommen und erlebt. Und habe dabei noch so viel mehr gewonnen.

Wo kann man am meisten Geld einsparen?

Übernachtungen:

Hostel: Ganz klar, will man bei den Schlafmöglichkeiten sparen, geht man ins Hostel. Häufig gilt, je mehr Leute in einem Raum, desto billiger ist das Zimmer. Und ganz ehrlich: ob jetzt 7 oder 11 Leute neben einem schnarchen, macht dann auch keinen Unterschied mehr. Doch auch Hostelpreise können sehr unterschiedlich ausfallen, also vergleicht sie vorher. Es ist schwierig zu sagen, ob man eher online oder offline buchen sollte. Wenn ihr sehr geschickt im Verhandeln seid, geht direkt hin. Wenn ihr euch eher unsicher seid, bucht online. Mir ist es auch schon passiert, das ich in ’nem Hostel stand und sie mehr verlangt haben, als ich online gezahlt hätte. Ändern wollten sie daran trotzdem nichts, also fragte ich nach dem W-Lan Passwort und buchte vor ihren Augen. Bescheuert, aber wenn man dadurch Geld spart..

Bungalows: Mancher Orts (zB Railay Beach – Thailand, oder Don Det – Laos) hat man gar nicht die Möglichkeit, eine andere Unterkunft als einen Bungalow zu beziehen. Aber das ist nicht so schlimm, wie es sich anhört. Wenn ihr nicht alleine seid, zahlt ihr so vielleicht 2 Euro mehr die Nacht, als im Hostel. Aber dafür habt ihr dann auch mal Ruhe und ein eigenes Bad. Und das kann zwischendurch sehr erholsam sein. Ich, als Alleinreisende, habe aber dann darauf geachtet, vorher Leute kennenzulernen, mit denen ich mir den Bungalow teilen kann. Seid offen. Prinzipiell freut sich jeder Rucksackreisende, wenn er Geld sparen kann. Zimmer ohne Aircon sind billiger und ihr fangt euch keine Erkältung ein.

Zelten: Die meisten die in Südostasien mit Zelt einreisen, lassen es früher oder später hinter sich zurück. Zu billig die Hostels, zu selten geeignete Plätze, um das Zelt aufzuschlagen. Man kanns, gerade, wenn man nicht so der Städtetyp ist, natürlich trotzdem ausprobieren. Günstiger, als wildcampen, geht halt nicht. Wir haben mal auf einer Insel (Koh Rong – Kambodscha) ein Zelt zu dritt gemietet, da uns die Bungalows zu teuer waren. Die Möglichkeit ist aber sehr selten.

Essen:

Ist prinzipiell günstig. Für eine Hauptspeise zahlte ich rund 2,50 Euro. An Straßenständen ist es am billigsten und schmeckt hervorragend. Am häufigsten geht man aber in eine Art Restaurant. Nicht im klassischen Sinne, mit Servietten und Tischdecken, sondern eher an einen Straßenstand erinnernd, aber professioneller betrieben. Man sitzt an Holztische, es gibt eine Speisekarte  und Bedienungen, und es ist einfach grund-entspannt. Man bestellt ein Gericht (meist Suppe oder Curry) und dazu Reis. Ihr habt die Wahl zwischen sticky oder steamed rice. Bestellt ihn immer dazu, denn er sättigt nicht nur und ist furchtbar billig, er hilft euch auch mit der Schärfe klarzukommen.
Smoothies kosten viel weniger, als gewohnt. Ihr bekommt ihn schon für einen Euro und er wird frisch vor euren Augen zubereitet.
Wenn man unterwegs ist, kauft man sich ein paar grundlegende Dinge (vor allem Wasserflaschen) im Supermarkt ein. 7/11 oder etwas vergleichbares findet sich nahezu überall.
Kommen wir zum Alkohol: Trinkt Bier oder trinkt aus Eimern. Ich kannte ein Mädchen, das bestellte jeden Abend mehrere Gläser Wein zum Essen. Kostet pro Glas halt das 5-fache von einem Bier. Hätte ich das täglich gemacht, hätte ich jeden Abend 10 Euro mehr ausgegeben und somit insgesamt fast 900 Euro. Alkohol ist so ein Punkt, bei dem man ganz schnell viel Geld ausgeben kann. Ich traf viele Backpacker, die da auch mal in einer Nacht 100 Euro rausgehauen haben. Betrunken werdet ihr auch für weniger.

Reisen und Transport:

Die Masse macht’s. Logisch. Nutzt alle Verkehrsmittel, die es so gibt. Es gibt nicht „das Günstigste.“ Es gibt nur Fallen, bei denen man abgezockt wird. Vergleicht vorher bei unterschiedlichen Verkäufern die Preise für eine Fahrt im Bus oder Minivan. Die fallen unterschiedlich aus, manchmal kann man auch handeln. Auch die Preise, um ein Visa zu bekommen, können ganz unterschiedlich sein. Erkundigt euch vorher, wo euer Transportmittel anhält. Häufig liegen die Punkte, an denen ihr abgesetzt werdet, komplett außerhalb und ihr zahlt viel für eine TukTuk-Fahrt, um zum eigentlichen Ziel zu gelangen. Und einfach logisch denken: Wenn ich über Nacht fahre, spare ich mir die Unterkunft. Wenn ich im Zug eine bessere Klasse buche, zahle ich mehr. …

Wenn ihr doch mehr Geld habt:

Habe ich keine konkreten Tipps, kann euch aber versprechen, das ihr mehr für euer Geld bekommt, als anderorts. Vielleicht könnt ihr euch hier mal tolle Hotels buchen, bessere als gewohnt. Ich wurde zum Beispiel zwei Mal von jungen Schweden zum Essen eingeladen, die sich gefreut haben, einen Monat lang in Hotels schlafen zu können und mir das Essen ausgaben, damit ich mir „das nächste Mal das Zimmer vielleicht nur mit 6, anstatt mit 12 Leuten teilen muss.“

ABER:

Trotz aller Sparsamkeit, seid niemals respektlos oder überheblich! Ihr verdient definitiv mehr als die Einheimischen. Feilscht nicht um jeden Cent, sondern lasst euch stattdessen mal mit deren Freude belohnen. Einer gab einem Taxifahrer mal 20 Dollar Trinkgeld. Der Fahrer wartete 5 Tage, nur, um ihn wieder zurückzufahren.
Und seid nicht zu misstrauisch. Das ihr euren Reisepass mal als Pfand dalassen müsst, fühlt sich komisch an, gehört aber dazu, auch wenn er für euch das Heiligste ist. Es will auch nicht jeder euren Rucksack klauen. Das heißt nicht, das ihr gedankenlos handeln sollt. Aber häufig realisiert man erst im Nachhinein, wie abwertend etwas auf jemand anderen wirken kann. Und wenn ihr nicht einseht, im Tempel euren Körper zu bedecken, weil es doch sooo heiß ist, (davon gibts viele Menschen) dann… bleibt einfach daheim! Sorry, aber das geht gar nicht. Und belächelt keine Reisende, die 10 Euro für ihre Übernachtung zahlen, wenn ihr nur 2 zahlt. Vielleicht legt ihr einfach auf unterschiedliche Dinge wert und das ist doch vollkommen in Ordnung.

Südostasien schenkt euch sehr viel. Freut euch drauf.

Jil Sayffaerth

Jil Sayffaerth, Jahrgang '91, lebt und studiert im wunderschönen Bamberg. Dort schreibt sie unter anderem für die Studierendenzeitschrift Ottfried und ist für den Online Bereich verantwortlich. Dabei, sowie beim Reisen, begeistert sie sich vor allem für interessante Begegnungen mit Menschen. Ansonsten hat sie Spaß an gutem Essen, Serien und kreativen Tätigkeiten, die eher Chaos statt Kunst hervorbringen. Rom und Kambodscha sind bislang ihre liebsten Reiseziele.

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3 Responses

  1. 11. Februar 2016

    […] ihr euch Informieren wollte zu den Reisekosten, dann schaut hier mal […]

  2. 17. Februar 2016

    […] 2 nette Mädchen aus Israel kennengelernt und auch die sind aufs Geld sparen aus. Die bei weitem günstigste Möglichkeit einer Unterkunft stellt das Mieten eines Zelts bei „Smile“ da, wir teilen es uns zu […]

  3. 11. März 2016

    […] So viel hat unsere Jil auf ihrer Reise gebraucht. Zur besseren Einschätzung für euch: Reisekosten in Südostasien […]

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